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LP-DOCUFINE LC
LP-DOCUFINE LC zeichnet sich durch eine Besonderheit aus:
Je nach Entwicklungszeit ist dieser spezielle Entwickler in der Lage, die normalerweise sehr steile Gradation von technischen Filmen, wie KODAK TECHNICAL PAN, MACO TECHNICAL PAN TP 65clear und MAO ORT 25clear so zu beugen, dass diese Filme für die bildmässigebildmäßige Fotografie erschlossen werden können. Der LP-DOCUFINE LC besitzt die Fähigkeit, die GRADATION (den Kontrastumfang) des Filmes zu steuern. Dies erfolgt ganz einfach über eine Veränderung der Entwicklungsdauer.
Beim LP-DOCUFINE LC bleibt dabei der Grundschleier in einem sehr geringen Umfang nahezu unverändert. Dies ist eine Besonderheit bei Entwicklern dieser speziellen Gattung.
Bei perforierten Filmen besteht nicht die Gefahr von »Wolkenbildung«. Die Nennempfindlichkeit wird optimal ausgenutzt. Beim KODAK TP, sowie beim MACO ORT25clear erreicht man eine Empfindlichkeitsausnutzung von gut 25 ISO. Bei dem MACO TECHNICAL PAN TP 64clear gut das Doppelte.
Insbesondere bei diesen speziellen Filmen spielen die Aufnahmebedingungen, vor allem auch die Farbtemperatur eine entscheidende Rolle bei der real nutzbaren Empfindlichkeit. Daher sind entsprechende Rückschlüsse auf den Entwickler in diesem Zusammenhang nicht in jedem Fall zulässig.
Beim LP-DOCUFINE LC steht LC für Low Contrast.
Hierbei handelt es sich um einen unechten Feinkornentwickler. Von echten Feinkorn-Entwicklern spricht man, wenn die Entwicklersubstanz selbst, ohne zusätzliche Silberhalogenidlöser, neben der chemischen eine teilweise physikalische Entwicklung provoziert. Unechte Feinkornentwickler nutzen die Nominalempfindlichkeit beim Erreichen eines vernünftigen Kontrastes gut aus. Sie zeigen eine vergleichsweise feine Körnigkeit bei gleichzeitig guter Kantenschärfe und Auflösung.
Warum kaufen sich Fotografen die vergleichsweise teuren Spezialfilme und die teure Spezialchemie? Lange wurde dieses Wissen in Fachkreisen als »Geheimtipp« gehandelt: Das Ergebnis dieser Film/Chemie-Kombination können 50 x 60 cm große Vergrößerungen sein, die praktisch kornfrei sind. Und das bei 35 mm Film. Auch die Tonalität ist beeindruckend. Diese Negative schreien geradezu nach extrem silberreichem Fotopapier von ORIENTAL, um eine adäquate Umsetzung ins Positiv zu realisieren.
Verpackung:
250 ml Glasflaschen
Ansatz der Chemie
Es wird Leitungs- oder demineralisiertes Wasser verwendet. Nach der Zugabe des LP-CUBE XS ist die Gebrauchslösung sofort gebrauchsfertig.
Verarbeitungstemperatur
Es sollte nicht unter 20°C entwickelt werden.
Einmalentwickler
LP-DOCUFINE LC ist ein klassischer Einmalentwickler.
Verdünnung
Die Standard-Verdünnung ist 1+4. Bei einer Standard-Entwicklerdose von 260 ml Inhalt wird wie folgt verdünnt:
1 + 4 = 52 ml LP-DOCUFINE LC-Konzentrat
+ 208 ml Wasser
Entwicklerhärtung
Jeder Film verträgt es, während der Entwicklung zusätzlich gehärtet zu werden. LABOR PARTNER rät dazu, den Entwicklerhärter LP-GELADUR der Entwickler-Gebrauchslösung wie folgt zuzugeben:
Verdünnungstabelle für 260 ml Gebrauchslösung
1 + 4 = 52 ml LP-DOCUFINE LC
+ 128 ml Wasser
+ 80 ml LP-GELADUR
Über- und Unterbelichtung
Jeder Fotograf sollte sich seine eigenen Kenntnisse fundamental erarbeiten. Wir bewegen uns bei dieser Gattung auf einem sehr dünnen Eis, Vorschläge zur Entwicklung können nur annähernde Hinweise geben, sie dienen allenfalls als erste Zeiten, um dann im eigenen Labor das persönliche Optimum zu erarbeiten.
VORSCHLAG: Der Anwender sollte sich von allen drei in Frage kommenden Spezialfilmen jeweils eine kleine Menge kaufen und diese nach reproduzierbaren Kriterien sowohl unter Tages- als auch mit Blitzlicht mit verschiedenen ISO-Werten belichten. Diese erste Testreihe dann mit den Zeiten der LP-DOCUFINE LC Tabelle entwickeln. Der Film, der am meisten zusagt, der sollte dann noch erneut mit unterschiedlichen Entwicklungszeiten verarbeitet werden.
Bitte bedenken Sie: Gerade bei dieser Filmgattung sind erhebliche Einflussmöglichkeiten durch verschieden farbige Filter möglich. Diese können das Testergebnis massiv beeinflussen. Wer gerne experimentiert, für den bieten die drei steilen Filme in Kombination mit dem LP-DOCUFINE LC Entwickler fantastische Möglichkeiten.
Gradation
Die in der Entwicklungstabelle angegeben Zeiten sollen ein mittleres Gamma von 0,65 erreichen. Es kannjedoch sein, dass beim individuellen Vergrößern, andere Werte als optimaler angestrebt werden. So erfordern Vergrößerungsgeräte mit einem Lichtmischschacht härtere Negative, Geräte mit Doppelkondensoren weichere Negative. Der für den Laboranten mögliche Zeiten-Spielraum bewegt sich von 20% Zeiten-Verlängerung bis zu 20% Zeiten-Verkürzung. Grössere Abweichungen würden zwangsläufig gerade bei diesem Entwicklertyp gravierende Gradationsveränderungen bewirken.
Ergiebigkeit basierend auf der Verdünnung 1 + 4
In 260 ml Gebrauchslösung kann ein Kleinbildfilm verarbeitet werden.
Bewegung
In den ersten 30 Sekunden ist die Entwicklerdose ständig zu bewegen. Danach alle 30 Sekunden jeweils 1 x.
Rotationsentwicklung
Der Ansatz ist wie bei der Kippentwicklung 1+4. Die Zeiten der Entwicklungstabelle müssen um etwa 10 % reduziert werden.
JOBO-ATL-PROCESSOR
Der Ansatz ist 1 + 4.
Die Entwicklungszeiten sind rund 50% gegenüber der Filmzeiten-Tabelle zu verlängern. Die Entwicklungszeiten sind für Rollfilme (120) und Kleinbildfilme (135-36) gleich.
Haltbarkeit
Die original verschlossene, braune LABOR PARTNER Glasflasche ist etwa bis zu 2 Jahre nach dem Erwerb im Handel haltbar. Die Farbe des Konzentrates darf sich nicht in Richtung Braun verfärbt haben. Sobald eine sichtbare Verfärbung vorliegt, ist die weitere Verwendung zu riskant. Anbrüche können etwa ein halbes Jahr aber auch erheblich länger aufbewahrt werden.
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