LP Lithprinting (www.compard.de | Stand 290500)
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Lith Printing auf Basis der MLD-Technik
verfasst in 1999, geschrieben im Mai 2000.
Text: Hartmuth Schroeder, Fotos: Copyright by Silvio Jander
 
 
Der Lith-Prozess an sich ist seit vielen Jahrzehnten bekannt, hat sich jedoch erst durch die Verfügbarkeit von zeitgemässer Fotochemie durchsetzen können.
Vor allem der Fotograf Anton Cobijn hat mit dem Interesse der Öffentlichkeit an seinen Ausstellungen und seinem Buch das Augenmerk auf dieses klassische Verfahren gerichtet.
 
GESCHICHTE und aktueller Stand LITHPAPIER: (Auszug)
In den USA war die Verwendung von Lith-Maschinenchemie in Kombination mit dem legendären ORIENTAL NEW Seagull G2 weit verbreitet. Aufgrund der Einstellung der Exportaktivitäten
von ORIENTAL wurde dieses Fotopapier knapp und der Markt suchte nach geeigneten Alternativen.
Einige fotografische Emulsionen, vor allem von ARGENTA, LABAPHOT und ORWO eigneten sich exzellent, waren leider auch nicht mehr aus frischer Produktion verfügbar.
Fotopapiere aus aktueller Fertigung zeigten oft Mängel wie schwarze, unregelmässige und nicht steuerbare schwarze Punkte (Pfefferkorn) oder waren, wie die modernen Emulsionen
von AGFA und ILFORD nicht oder nur sehr bedingt geeignet, die angestrebten Verfremdungen zu erreichen.
 
Glücklicherweise steht seit Ende 1998 das legendäre ORIENTAL NEW Seagull G2 wieder zur Verfügung - es ist allerdings so teuer, das man sich bei MACO fragte, ob sich nicht auch Emulsionen aus den eigenen Produktionsmöglichkeiten eignen könnten.
Zur PHOTOKINA 1998 wurde ein neues, festgraduiertes Barytfotopapier dem Markt vorgestellt.
MACO expo R. Diesem Produkt wurden Additive beigefügt, die eine ideale Verträglichkeit mit der LABOR PARTNER LITH Chemie ermöglichen.
Heute steht dem an Lith Printing Interessierten daher neben dem ORIENTAL NEW Seagull G2 auch die Produktpalette von MACO expo R zur Verfügung. Expo RF-glänzend und RR glänzend filigran sowie RN- tiefmatt.
Seit 1999 wurde der Prototyp auf PE-Papier-Basis getestet: MACO LITHPAPER RC-F.
Die Testläufe wurden im Frühjahr 2000 erfolgreich abgeschlossen.
 
GESCHICHTE und aktueller Stand LITHCHEMIE: (Auszug)
Die "alten Recken" verwendeten klassische LITH-Maschinenchemie, vor allem auf Pulverbasis.
Diese war natürlich zum Einsatz in entlüfteten Maschinen gedacht und daher in Schalen unter grösster Vorsicht zu verwenden.
Seit wenigen Jahren verfügt der Markt über zeitgemässe Lithchemie, die sich in konzentrierter Form auch ohne die Verwendung einer Gasmaske in Schalen verwenden lässt.
In Deutschland kann der an der Lithtechnik Interessierte über LABOR PARTNER LITH Chemie verfügen, die speziell auf die Belange der Schalenverarbeitung eingestellt ist:
 
  • Ansatz 1 Teil Konzentrat + 4 Teile Leitungswasser- keine weitere Verdünnung notwendig.
    (Die frühere Lith-Maschinenchemie konnte für Schalen eigentlich nur extrem verdünnt verarbeitet werden, weil die störenden Schadstoffe ein Arbeiten praktisch unmöglich machten)
  • Kurze Belichtungszeit = 10 - 30 Sekunden, wo früher in Minuten gerechnet wurde.
  • Kurze Entwicklungszeiten bei lichtstarken Vergrösserern
  • Hohe Ergiebigkeit der Lösung
  • Hohe Standfestigkeit der Gebrauchslösung, bis zu 8 Stunden je nach Ausnutzung
  • Keine schwarzen Punkte bei ORIENTAL + MACO expo R - Fotopapieren
  • Keine Zusätze, wie Natriumsulfit erforderlich (!) Durch den Zusatz dieser Substanzen nimmt die Fähigkeit zur Lithverfremdung ab. Bei ORIENTAL + MACO expo R -Emulsionen sind bei unverbrauchter LP-LITH-Chemie keine Zusätze erforderlich (!)
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    Ausgefallene Bildeffekte -
    Die Tür zur einer neuen, zusätzlichen Schwarzweisswelt:
     
    Diejenigen, die Überraschungen lieben, ausgefallene Bildeffekte anstreben, für die Werbung arbeiten, oder einzigartige Präsentationsmöglichkeiten suchen, die werden die MLD-TECHNIK lieben lernen.
    Die Lith-Abzüge zeigen chrakteristische grobe Korneffekte und durch den komprimierten Tonwertumfang starke helldunkel Kontraste. Lichter und die Mitteltöne kommen von Sepia bis Rötel, die Schattenpartien können von
    Schwarzbraun bis Kaltschwarz differenzieren. Die Variablen sind:
     
  • Wahl des Entwicklers
  • Verdünnung der Chemie
  • Veränderung der Belichtungszeiten
  • Verschiedene Entwicklertemperaturen
  • Einsatz von Bleicher, Standardentwicklern
  • Toner, Blau - Gold - Sepia - Selen
  • Wahl des Fotopapiers
  • Verschiedene Gradationen
  • Verschiedene Oberflächen
  • Verwendung unterschiedlich dichter Negative
  • Nutzung unterschiedlich graduierter Negative
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    Man sieht, die MLD-Technik bietet dem Schwarzweiss-Verarbeiter eine Vielzahl von Möglichkeiten, in Addition zur traditionellen Methode. Die MLD-Technik schliesst nicht aus, sondern erweitert (!)
     
    ANREGUNGEN zur Verarbeitung:
    Konzentrieren Sie sich erst einmal auf eine Lithchemie und eine Papiersorte. Wir empfehlen:
    LP-LITH Chemie und MACO expo R-F Barytpapier mit glänzender Oberfläche. Falls Sie keine Lust zur aufwendigeren Barytverarbeitung haben, dann weichen Sie aus auf das neue
    MACO LITHPAPER RC. Diese Variante bietet Ihnen vergleichbare Ergebnisse im Vergleich zum Barytpapier, ist aber leichter zu handhaben
     
    VARIANTE  PE-PAPIER:
     Lithpapier: MACO LITHPAPER RC-F
     Lithchemie: LABOR PARTNER LP-LITH - Entwickler
     Stoppbad: LABOR PARTNER LP-CITRODUR
     Fixierer: LABOR PARTNER LP-FIX SUPRA
     
    VARIANTE  BARYT-PAPIER:
     Lithpapier:
    MACO expo R Gradation 2, ORIENTAL NEW Seagull G2
     Lithchemie: LABOR PARTNER LP-LITH - Entwickler
     Stoppbad: LABOR PARTNER LP-CITRODUR
     Fixierer:
    LABOR PARTNER LP-FIX NEUTRAL
     
    Ansatz der Lithchemie für die Verarbeitung von Baryt & PE-Papier:
     Stoppbad:
    1+16 bei 20°C
     Fixierbad:
    1+7 bei 20°C
     
    Einfach genial - genial einfach = MLD-Technik
     
     
     
     
    Ein Gespräch mit dem Lichtbildner Silvio Jander,
    der Lithbilder für den Fotografen Axel Schulten für die Ausstellung
    anlässlich der POPKOMM in Köln 1999 anfertigte:
     
    Für den Kölner Fotografen Axel Schulten hatte ich den Auftrag, etwas ganz Besonderes zu realisieren, dafür bediente ich mich der MLD-Technik.
    Was sind MLD-Lithprints ? Da handelt es sich um ein stark grobkörniges "Schatten-Bild" das sich auf ein sehr zartes "Lichter-Bild" überlagert. Durch diesen speziellen Lithprozess entsteht ein mehr oder weniger gelb- bis ockerbrauner Bildton, der durch verschiedene Faktoren beeinflussbar, aber immer von Bild zu Bild leicht unterschiedlich ist.
     
     
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    Lith-Prints herzustellen, ist eine zeitaufwendige und diffizile Arbeit, für die man Erfahrung braucht und nicht "nebenher" machen kann. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Lith-Prints fast ausschliesslich auf Baryt-Papieren hergestellt werden müssen und der Prozess an sich von einer hohen Sensibilität ist.
    Es gibt nur sehr wenige Foto-Fachlabore, die professionelle Lith-Prints anfertigen. Es ist sozusagen eine Spezialisierung in der Spezialisierung, wenn man bedenkt, dass man Fotolabore, die überhaupt Barytpapiere verarbeiten, in Deutschland fast an einer Hand abzählen kann.
    Auch im "Mutterland" der Lith-Prints, in den USA, ist die Situation ähnlich, auch dort werden Lith-Prints vor allem im eigenen Labor und als Lehrstoff in den Universitäten angefertigt.
    In Deutschland hat sich vor allem das Labor STUDIO PFLUG in Frankfurt einen sehr guten Ruf erworben, vielleicht weil der dortige Inhaber ein Lithograf der alten Schule ist. Die Adresse erfahren Sie unter Telefon: 040-23700888 wochentags von 9:ooh bis 16:ooh.
     
     
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    Bei der Anfertigung der anspruchsvollen Lith-Prints für den Fotografen Axel Schulten, Köln habe ich Herrn Silvio Jander über die Schulter geschaut um Ihnen etwas über die Praxis eines erfahrenen Lith-Printers zu berichten:
     
    Nicht alle Schwarzweisspapiere sind für den Lith-Prozess geeignet und auch nicht jeder Lith-Entwickler ist ein echter Lith-Entwickler, der so arbeitet, dass er durch die typische infektiöse Entwicklung dem Lith-Print seinen speziellen Charakter gibt. Von den Papieren, die für das Lithen geeignet sind, verhält sich jedes Papier bezüglich Farbe und Gradation anders.
    Auch Barytpapiere, die einen Effekt bieten sollten gegen das ORIGINAL gestestet werden denn bei bestimmten Bildinhalten zeigt es sich, mit wieviel Silber eine Emulsion ausgestattet ist.
    Prüfen Sie alles, was Sie in die Finger bekommen können, auf Lith-fähigkeit, stellen Sie diese Ergebnisse gegen die Resultate basierend auf MACO expo R. Dann wissen Sie für sich und den Geschmack Ihrer Kunden/Freunde wohin die Wünsche tendieren. Ohne diese Erfahrungen schränken Sie sich nur ein, daher: Haben Sie Mut, nehmen Sie auch mal zu weiches oder überlagertes Papier, in Kombination mit dem modernen Lithentwickler LP-LITH erreichen Sie sicher überraschende Resultate.
     
    Auch jeder Entwickler hat seine spezifische Verdünnung und jede Papier-Entwickler-Kobination muss hinsichtlich Belichtungsintensität, Gradation, Verdünnung, Verbrauch etc. neu eingetestet werden. Aber auch wenn man meint, dass man die ideale Kombination gefunden hat, kommen fast bei jeder neuen Lith-Sitzung neue Probleme oder Erkenntnisse auf, die in die Erfahrung des Laboranten einfliessen können.
     
    Herr Jander hat sich auf einige ganz wenige Papiere und Entwickler konzentriert. Das hat mehrere Gründe, ganz abgesehen von der Verfügbarkeit der Materialien. Der eine Grund ist sicherlich der, dass man sich bei der Komplexität des Prozesses auf einige Materialien spezialisieren muss, um diese perfekt zu beherrschen. Dazu kommt, dass das Lith-Printen eine sehr stark subjektive Angelegenheit ist.
    Es gibt, natürlich bis auf die Extremfälle, kein richtiges oder falsches Lith-Bild.
    Entweder, einem gefallen die Farbtöne, oder sie gefallen einem nicht. Für Herrn Jander und seinen Kunden, Herrn Schulten, ist die optimale Farbe ein dezentes Grau-Braun, das nicht zu dominant und belegt sein darf.
    In Kürze sollte hier erst einmal etwas über die Theorie, nämlich das Zusammenspiel von Belichtungszeit und Entwicklungsdauer, gesprochen werden. Anders als bei den herkömmlichen Schwarzweiss-Prints wird hier die Belichtungszeit des Papiers nicht primär die Dichte des Prints gesteuert, sondern die Gradation (!).
    Wie oben schon erwähnt, handelt es sich bei einem Lith-Print, praktisch gesprochen, um zwei Bilder: Das hier jetzt genannte "Schatten-Bild", das im Prinzip die Graustufen ab 60-70% beinhaltet, und das "Lichter-Bild", das von den bis ca. 30% Grautönen aufgebaut wird.
    Das Schatten-Bild wird in der Intensität allein durch die Entwicklungszeit gesteuert. Es entsteht überall da, wo die infektiöse Entwicklung so weit fortgeschritten ist, dass sich das metallische Silber sich zu schwarzen Körnern zusammenballt. Je länger man also den Print entwickelt, desto weiter schreitet die Schwärzung fort, bis sie auch die ganz hellen Stellen des Prints erreicht hat.
    Würde man den Print bis zur Vollendung ausentwickeln, wäre das Bild im schlimmsten Fall komplett schwarz, auf jeden Fall aber wirkt es zu dunkel.
     
    Die Belichtungszeit steuert primär die Dichte des hellen Stellen des Bildes, also der Lichter. Natürlich ist es, wie bei einem herkömmlichen Print, so, dass je länger belichtet wird, die Dichte zunimmt.
    Wenn man jetzt kurz belichtet, bleibt das Lichter-Bild also auch relativ hell. Aber, bedingt durch die Entwicklung, werden die Schatten alle schwarz. Der Bildeindruck ein sehr harter. Wird länger belichtet, werden die Lichter auch dunkler und die Differenzierung wird mehr, also erscheint auch der Bildeindruck weicher. Man kann ohne Probleme bis zu beiden Extremen gehen: Ein Komplett Schwarz/Weisses Bild, ganz ohne Schwarz, also Lith wörtlich genommen, bis hin zu einem ultraweichen, High-Key-ähnlichem Bild, ganz ohne Schwarz und dunklem Grau. Dazwischen ist jede Variation denkbar, die allermeisten sind auch brauchbar, und das alles wird durch nur eine einzige Papiergradation ermöglicht (!). (Herr Jander bevorzugt Gradation 2-spezial).
     
    Der Farbton, das ist sehr wichtig, wird allein von dem Lichter-Bild gegeben.
    Schwarz ist in der Regel immer Schwarz. Und Weiss, wenn kein Schleier vorliegt, immer Weiss.
    Je weicher das Bild geprintet wird, also je dichter das Lichter-Bild ist, was letztendlich heisst,
    je länger man belichtet, desto stärker ist der Farbton. Je stärker ist der Lith-Effekt.
    Wenn man also trotz infiziertem Entwickler und sonstigen Tricks ganz einfach keinen Farbton bekommt, dann kann das einfach an zu kurzer Belichtung liegen und/oder zu hoher Verdünnung liegen.
     
     
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    Um die "Lith-Fähigkeit" eines Negativs zu testen, vergrössert Herr Jander erst einmal auf dem für diesen Job vereinbarten ORIENTAL NEW Seagull G Papier mit der Gradation 2 ein Bild in einem herkömmlichen Entwickler der Gattung Eukobrom; NEUTOL NE bzw. LP-BROM 4.
    Diese Vergrösserung bildet jetzt die Basis für die Testreihe im LP-LITH Entwickler, für den sich Herr Jander in Absprache mit dem Fotografen Axel Schulten geeinigt hat.
     
    Wenn die Belichtungszeit im LP-BROM 4 beispielsweise 10 Sekunden betragen hat, dann fertigt
    Herr Jander nachfolgend eine Musterreihe von nicht weniger als 8 bis 10 Vergrösserungen im Lith-Entwickler an. Gerade wenn man überhaupt nicht weiss, wie die Bildwirkung des fertigen Prints letztendlich sein soll, kann man auf diese Art und Weise wesentlich schneller und besser das Potenzial des Motivs kennenlernen und man kommt auf Möglichkeiten, an die man vorher überhaupt nicht gedacht hat.
     
     
     
    Für Anfänger des Lithens ist es so ausserdem einfacher, dabei das Wesen und die Methodik des Prozesses kennenzulernen.
    Testverlauf:
    Das erste Lith-Print wird mit den 10 Sekunden belichtet, wie das "normale" Bild.
    Dann folgt jeweils der nächste Lith-Print mit einer Zeitverdoppelung auf 20 Sekunden, dann weitere Bilder mit 30; 40; 50; 60; 70 und 80 Sekunden. Diese Bildreihe aneinandergelegt, sagt dem Anwender oft mehr als wichtige Bücher über die Techniker der Lith-Verfahren. Dann noch jeweils eine Bildhälfte in einen Selentoner (LP-SELENIA, Verdünnung 1+9) gelegt und man sieht, was man noch alles aus diesem einen Motiv "herausholen" kann.
     
    Herr Jander hat natürlich aufgrund seiner Erfahrung die Belichtungsprobe im Gefühl. Nach der Belichtung kommt die Zeit des Wartens. Bis sich die ersten Bildspuren zeigen, vergehen leicht mehrere Minuten bis zu einer Viertelstunde. Wie lange ? Das hängt von sehr vielen Faktoren ab:
    Wie stark ist der Entwickler verdünnt (in diesem Fall 1+4), die Gradation des Papiers ( in diesem Fall G2), wie verbraucht ist der Entwickler (in diesem Fall ganz frisch), wie stark ist die Bewegung des Bildes im Entwickler (in diesem Fall ständige Bewegung).
     
    Nach der Induktionsperiode geht es dann plötzlich sehr schnell: Das Bild springt einem förmlich entgegen und die Schwärzen schiessen hervor. Das ist der kritischte Punkt der ganzen Litherei: Bedingt durch die infektiöse Entwicklung geht die Entwicklung so schnell vonstatten, dass man es kaum kontrollieren kann.
    Herr Jander hat sich eine Kindermann Laborleuchte über die Entwicklerschale installiert, so dass er den Fortgang der Entwicklung gut beobachten kann. Ein Schleiertest ist bei einer solchen kurzen Distanz unabdingbar.
    Kurz bevor er meint, dass das Bild genug Schwärzen aufgebaut hat, holt er die Probe aus dem Entwickler, um sie schnell in das Stoppbad zu bringen. Dabei geht die Entwicklung natürlich weiter. Das kann einem bereits die Probe kaputtmachen. Zeit zum Abtropfen bleibt dabei nicht (!).
    Das Stoppbad (in diesem Fall LP-CITRIN 1+12 angesetzt) wird unter diesen Bedingungen schneller neutralisiert. Das Stoppbad wird wieder zum richtigen Unterbrecherbad. Es muss ständig kontrolliert werden, und erheblich öfter frisch angesetzt, als man es vom klassischen Schwarzweiss gewohnt ist.
    Beim ORIENTAL NEW Seagull G2 handelt es sich um ein Barytpapier, das in einem pH-neutralen Fixierbad behandelt werden sollte, um auf kurze Wässerungszeiten zu kommen. (In diesem Fall LP-FIX NEUTRAL, Verdünnung 1+7). Das nasse Bild kann noch nicht zur endgültigen Beurteilung dienen, wegen des "dry down"-Effektes. Das Bild dunkelt beim Trocknen nach. Kleine Probebilder kann man schnell mal in eine Mikrowelle legen. Dies gilt aber nur eingeschränkt, denn auch von der Trocknungsmethode hängt der Farbton des Bildes ab. Daher freue ich mich, dass jetzt endlich ein Lith-fähiges PE-Papier zur Verfügung steht (Hinweis: MACO LITHPAPER RC-F).
     
     
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    Wenn nun Belichtungs-und Entwicklungszeit festgestellt sind, kann Herr Jander an einen kompletten Abzug herangehen, um die Wirkung auf das ganze Bild festzustellen. Es ist ja so, dass eine Probe ganz annehmbar aussieht, das ganze Bild in dem Charakter aber nicht wirkt. Ausserdem können selbstverständlich, wie bei den normalen Abzügen, die Stellen, die abgehalten, bzw. nachbelichtet wurden, auch nur an einem kompletten Bild beurteilt werden.
    Abhalten und Nachbelichten ist beim Lithen natürlich auch möglich, aber, wie sollte es auch anders sein, mit wesentlich mehr Problemen verbunden, als bei herkömmlichen Prints.
    Denn, wie schon erwähnt, durch das Belichten wird der Farbton und der Kontrast beeinflusst.
    So wird eine Stelle, die man stark abhält, nicht unbedingt heller, sondern auch härter und farbloser.
     
    Zum Schluss bleibt die Frage, welche Motive lassen sich lithen, welche nicht ?
    Prinzipiell lassen sich alle Motive lithen, man muss sich nur die Frage stellen, welche Aussage das Bild haben soll. Ausserdem sollte man bei dieser Frage einen Schritt weiter gehen und schauen, welches Filmmaterial lässt sich lithen, welches nicht !
    Der Litheffekt ist sehr stark von den Negativen, deren Entwicklung/Gradation, deren Körnigkeit und deren Dichte abhängig. Grundsätzlich ist es leichter, von einem grobkörnigen eher sehr zarten Negativ einen Lithprint herzustellen, obwohl man doch eigentlich denkt, genau das Gegenteil wäre richtig. Ist es auch, denn es ist eine Frage des Geschmacks und der gewünschten Bildaussage. Manche Fotografen lassen ihre Film crossentwickeln, um so noch mehr Effekte zu erreichen.
     
     
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    Der Möglichkeiten und der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Seit Herr Jander angefangen hat zu lithen, ist er ein begeisteter Lith-Printer und ich habe gemerkt, wieviel Spass es ihm macht, jedesmal neue Interpretationen der Motive zu entdecken.
     
     
    -Ende-