Eine Trockenpresse für Barytpapier ist nur dann gut,
wenn sie ordentlich Druck macht. Vor allem kommt es darauf an,
daß sich der Anpreßdruck gleichmäßig über die gesamte Bildfläche verteilt.
Wie's gemacht wird, zeigt die Edel-Presse Ecomat von Maco.Drei Dinge schätzt der Barytpapier-Verarbeiteter perfekt plan liegende Bilder, makellosen Hochglanz und eine Barytpapier- Presse, die beides möglich macht. Die Ecomat von Maco ist die Neuauflage einer Trockenpresse, die rund 20 Jahre lang von der italienischen Firma Hermesin Mailand gebaut wurde. In den 70ern stellte die Firma die Produktion ein, weil immer mehr PE-Papier verarbeitet und die Nachfrage nach dem damals etwa 4000 Mark teuren Trockner immer geringer wurde. Daß das gute Stück jetzt neu aufgelegt wird, liegt am Hamburger Fotovertrieb Hans 0. Mahn (Maco, www.mahn.net). Vor einem knappen Jahr nahm Abteilungsleiter Hartmuth Schröder Kontakt mit Guiseppe Martinella auf, der die Firma Hermes in der dritten Generation leitet, und machte dem Italiener ein Angebot, das dieser offenbar nicht ablehnen konnte: Eine nicht näher bezifferte Mindestabnahmemenge ermöglichte die Wiedergeburt eines Klassikers und einen vergleichsweise moderaten Verkaufspreis von knapp 2000 Mark.
Die Presse im Detail. Daß an Material und Konstruktion keinesfalls gespart wurde, zeigt sich deutlich, wenn man die Presse unter die Lupe nimmt. Das Untergestell besteht aus schwerem Eisenblech, das neutralgrau gespritzt ist. Darüber wölbt sich die 65 x 41 cm große und verchromte Auflagefläche. Das aufklappbare Oberteil der Presse besteht aus einem zweifach verstrebten Metallrahmen, um den sich das Trockentuch spannt. An dieser Stelle beweist die Konstruktion ihre ganze Qualität: In Längs- und Querrichtung ziehen jeweils drei gefederte Spanndrähte das Trockentuch glatt. Das Tuch selbst wird an zwei Seiten durch einen Saum mit innenliegender Metallschiene stabilisiert. Damit nicht genug: Direkt über dem Tuch spannt sich ein engmaschiges Metallnetz; zwischen Tuch und Netz findet sich eine zusätzliche Stofflage als "Polster". Beim Schließen der Presse legt sich das Metallnetz vollflächig über das Trockentuch und spannt es sauber über die Bildauflage. Dank dieses technischen Tricks ist die wichtigste Voraussetzung für eine gute Presse erfüllt: eine absolut gleichmäßige Tuchspannung. Und die ist auch nötig, damit sich die Ränder bei der Hochglanztrocknung nicht vorzeitig abheben, was zum sogenannten Muschelbruch führt. Im Gegensatz zu früheren Versionen der Presse besteht das Netz heute aus einem Edelstahlgewebe. Wenn man die Presse längere Zeit nicht benutzt, erscheint es ratsam, sie offen zu lassen. Auf diese Weise verhindert man, daß das Metallnetz vorzeitig an Spannung verliert. Ansonsten benötigt die Presse nicht viel Zuwendung. Nur das Trockentuch sollte man von Zeit zu Zeit abnehmen - was dank der ausgeklügelten Spannvorrichtung kein Problem ist - und waschen. Zum Öffnen und Schließen der Presse gibt es einen Holzbügel, der groß genug ist, um ihn mit zwei Händen zu greifen. Das ist aus zwei Gründen gut: Zum einen kann man sich die freie Hand nicht an heißen Teilen der Presse verbrennen. Und zum anderen läßt sich so mehr Kraft einsetzen, um die Presse durch Herunterdrücken des Bügels gegen die Spannung des Metallnetzes zu verriegeln. Zum Öffnen der Presse zieht man zuerst den Bügelgriff nach oben, um das Oberteil anschließend hochzuklappen. Vollständig nach oben geklappt, bleibt das Oberteil von selbst in Offenstellung. Die Scharniere des Metallrahmens sind solide Metallgußteile, die Verriegelung des Bügelgriffs ebenso. Um ein Verrutschen der Presse beim Bedienen auszuschließen, kann man die Presse dank kleiner Bohrungen in den seitlichen Auflagen mit der Stellfläche verschrauben. Seitlich am Unterteil befindet sich ein kleines Kästchen mit Sicherungen, Netzanschluß, Aus-/Einschalter und Thermostatregler. Einstellen läßt sich die Heizung der Metallauflage zwischen
0 und 120 °C. Sämtliche Teile der Elektronik stammen nach Aussage des Vertriebs aus deutscher Fertigung. Die sehr informative Bedienungsanleitung nennt die jeweils einzustellenden Trockentemperaturen für verschiedene Barytpapiere und Verarbeitungsvarianten.
Technische Daten Ecomat-TrockenpresseLeistungsaufnahme Trockentemperaturen Größe Bildauflage Abmessung (LxBxH) Gewicht Vertrieb 800 Watt 0-120 °C etwa 65 x 51 cm 80 x 70 x 15,5 cm 15 kg www.mahn.net Der Ecomat in der Praxis. Die starke Heizung mit einer Leistungsaufnahme von 800 Watt sorgt dafür, daß die Presse bereits wenige Minuten nach dem Einschalten betriebsbereit ist. Die ersten Versuche sollte man mit gut gewässerten Ausschußbildern machen, weil sich neue Trockentücher zunächst ihrer Fusseln entledigen müssen. Fusselnde Tücher sind vor allem bei der Matt-Trocknung unerwünscht, weil dann die Bildseite dem Tuch zugewandt ist. Im Lieferumfang des Trockners enthalten ist eine Trockenfolie im Format 50 x 60, die allerdings nicht für die Hochglanz-Trocknung gedacht ist. Man benutzt sie, um gewässerte Bilder mit der Schichtseite nach oben aufzuwalzen und für die Matt-Trocknung vorzubereiten. Platte und Bilder kommen zusammen in den Trockner. Für die Hochglanz-Trocknung benötigt man eine als Zubehör erhältliche Hochglanzfolie, die mit der Bildseite Kontakt aufnimmt. Als durchschnittliche Trockenzeiten für ein 50 x 60-Barytbild sind fünf bis sieben Minuten realistisch. Vermeiden sollte man vor allem zu hohe Temperaturen, weil dann im schlimmsten Fall das Tuch an der Bildseite "festbacken" kann. Als Vorsichtsmaßnahme gegen einen solchen Betriebsunfall empfiehlt das Ecomat-Handbuch das schichthärtende Entwickleradditiv Geladur. Der damit verbundene Hinweis, das Papier verfärbe sich an den Bildrändern, geht nach unseren Erfahrungen aber nicht weit genug. Tatsächlich verfärben sich die Weißen insgesamt in Richtung Grün-Gelb, so daß man auf Geladur lieber verzichten sollte es sei denn, man will die Verfärbung als Gestaltungsmittel einsetzen. Relativ unkritisch sind auch Papiere mit Chamoiston, weil sich die Verfärbung dann wenig oder gar nicht bemerkbar macht.
Karl Stechl
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